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Was ist Sponsoring wirklich? Abgrenzung zu Spenden, Werbung und Mäzenatentum

  • Autorenbild: Markus Föhn
    Markus Föhn
  • 20. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit


"Wir suchen Sponsoren" – diesen Satz höre ich täglich. Und fast ebenso oft merke ich, dass die Person, die ihn sagt, eigentlich Spender sucht. Oder Werbekunden. Oder Mäzene. Das sind vier grundverschiedene Dinge, und wer sie verwechselt, wundert sich danach, warum er keine Zusagen bekommt.


Sponsoring: Die Kernidee

Sponsoring ist ein Austausch auf Augenhöhe. Ein Unternehmen gibt Geld, Sachleistungen oder Dienstleistungen – und erhält dafür eine vereinbarte Gegenleistung. Diese Gegenleistung hat kommunikativen Wert: Sichtbarkeit, Zugang zur Zielgruppe, Imagegewinn.

Das entscheidende Wort ist Gegenseitigkeit. Kein Sponsoring ohne definierte Gegenleistung.


Spende: Geben ohne Gegenleistung

Eine Spende ist eine freiwillige Geldleistung ohne direkte Gegenleistung. Sie ist steuerlich absetzbar (je nach Kanton und Betrag), sie geschieht aus altruistischen Motiven. Wer eine Spende gibt, erwartet kein Logo auf dem Banner und keine Nennung im Programm.

Viele Vereine wenden sich an Unternehmen mit dem Ziel, eine Spende zu erhalten – sprechen aber von Sponsoring. Das ist nicht nur ein Missverständnis, es ist oft auch ein Grund für Absagen. Denn Unternehmen haben klare interne Budgettöpfe: Sponsoring läuft über Marketing, Spenden über einen anderen Kanal.


Werbung: Direkte Kommunikation für Produkte

Werbung ist die direkte, bezahlte Kommunikation für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Ein Inserat im Programmheft ist Werbung. Ein Werbespot vor dem Event ist Werbung. Die Grenze zum Sponsoring ist fliessend – aber der Grundsatz gilt: Werbung spricht die Botschaft des Unternehmens direkt aus, Sponsoring wirkt über den Kontext.


Mäzenatentum: Förderung ohne Erwartung

Mäzenatentum ist die grosszügige Förderung kultureller oder gemeinnütziger Projekte durch Privatpersonen oder Stiftungen – meist ohne Erwartung einer Gegenleistung. Der klassische Mäzen fördert die Kunst, weil er es kann und weil er es will.

Stiftungen in der Schweiz (z.B. Ernst Göhner Stiftung, Migros-Kulturprozent) folgen diesem Modell. Ihre Förderrichtlinien sind transparent, die Auswahl rigide – und Sponsoring-Logik greift hier nicht.


Die Konsequenz für Ihre Akquise

Bevor Sie eine Anfrage schreiben, stellen Sie sich diese Frage: Was biete ich dem Geldgeber wirklich an? Wenn die Antwort ist «nichts ausser einem guten Gefühl», dann suchen Sie Spenden oder Mäzene. Wenn die Antwort ist «Sichtbarkeit bei meiner Zielgruppe», dann sprechen Sie mit Sponsoren.

Und Sponsoren sprechen Sie anders an als Spender. Das beginnt beim Betreff der E-Mail und endet bei der Kalkulation der Gegenwerte.

Noch unsicher, welche Art von Finanzierung zu Ihrem Projekt passt? Im Potenzialcheck schaue ich mir Ihr konkretes Vorhaben an.

 
 
 

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