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Wie Unternehmen Sponsoring-Anfragen wirklich bewerten: Insider-Perspektive aus meiner Swisscom-Zeit

  • Autorenbild: Markus Föhn
    Markus Föhn
  • 18. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Aug.



Über 10 Jahre lang sass ich auf der anderen Seite des Tisches. Als Sponsoring-Verantwortlicher bei Swisscom habe ich Hunderte von Anfragen aus Vereinen, Kulturprojekten und Eventorganisationen bewertet. Was ich dabei gelernt habe, verändert den Blick auf das ganze Thema.


Die ersten 30 Sekunden entscheiden

Wenn eine Sponsoring-Anfrage auf meinem Schreibtisch landete, hatte ich oft nicht mehr als 30 Sekunden, um zu entscheiden: Lesen oder ablegen? Das klingt hart, aber es ist die Realität in einem grossen Unternehmen. Sponsoring-Manager erhalten täglich mehrere Anfragen – und die meisten überleben den ersten Blick nicht.

Was in diesen 30 Sekunden zählt: ein klarer Betreff, ein ansprechendes Deckblatt, und vor allem – der erste Satz. Wer sofort auf den Punkt kommt, wer uns als Unternehmen direkt anspricht, der bekommt unsere Aufmerksamkeit.


Was Sponsoren wirklich wollen

Die häufigste Fehlannahme: Sponsoren geben aus Grosszügigkeit. Das stimmt nicht. Sponsoring ist ein Geschäft – und Unternehmen erwarten eine Gegenleistung. Diese Gegenleistung muss in der Anfrage glasklar formuliert sein.

Bei Swisscom haben wir uns folgende Fragen gestellt:

  • Erreichen wir mit diesem Sponsoring unsere Zielgruppe?

  • Passt das Projekt zu unseren Markenwerten?

  • Ist die Gegenleistung konkret und messbar?

  • Was passiert, wenn wir Nein sagen – wer ist der nächste Mitbewerber?


Die häufigsten Fehler in Sponsoring-Anfragen

Wir haben Anfragen bekommen, die uns als Mäzene ansprechen – dabei ist Swisscom kein gemeinnütziges Unternehmen. Wir haben Anfragen gesehen, die nur von sich erzählen, aber nie fragen: Was hat Swisscom davon? Und wir haben Anfragen erhalten, die so generisch waren, dass wir das Unternehmen hätten auswechseln können, ohne dass jemand es gemerkt hätte.

Ein Sponsor will sich angesprochen fühlen. Nicht als anonymer Geldgeber, sondern als Partner mit spezifischen Interessen und Zielen.


Was gut funktioniert hat

Die besten Anfragen, die ich je erhalten habe, hatten eines gemeinsam: Sie kannten unser Unternehmen. Sie bezogen sich auf eine konkrete Kampagne, die wir gerade liefen, auf ein Thema, das uns beschäftigte. Sie zeigten, dass jemand recherchiert hatte, bevor er den Stift in die Hand nahm.

Dieser Aufwand wird belohnt. Nicht immer mit einem Ja – aber immer mit einem echten Gespräch.


Mein Rat an Sponsoringnehmer

Bevor Sie die nächste Anfrage versenden: Recherchieren Sie das Unternehmen. Lesen Sie den letzten Geschäftsbericht. Schauen Sie sich an, welche anderen Projekte gesponsert werden. Fragen Sie sich: Warum genau wir? Und dann formulieren Sie die Antwort in die erste Zeile Ihrer Anfrage.

Sponsoring ist kein Lotto. Wer trifft, hat vorher gezielt.

Haben Sie Fragen zur Sponsoring-Akquise? In einem 60-minütigen Potenzialcheck schaue ich mir Ihr Projekt genau an und sage Ihnen, wo Sie stehen und was Sie verbessern können.

 
 
 

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